Industrie 4.0 – Das Potenzial in Zahlen

0

The Birth of Artificial IntelligenceKaum ein Thema schlägt derzeit so große Wellen wie die vierte industrielle Revolution. Industrie 4.0 ist in aller Munde. Zahlreiche Veranstaltungen, Messen, Artikel und Studien drehen sich um die Chancen, Auswirkungen und Hindernisse, die mit diesem Wandel einhergehen. Wie groß aber sind tatsächlich die Wachstumspotenziale für die deutsche Industrie?   


Industrie 4.0,…


das bedeutet weg von zentral gesteuerten, hin zu dezentral vernetzten, sich selbst steuernden Produktionsprozessen. Das soll, so die Hoffnung, nicht nur neue Geschäftsmodelle, sondern vor allem auch deutliche Produktivitätsgewinne ermöglichen. Industrie 4.0 verspricht Flexibilität, Qualität und Stabilität, somit letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu verbessern. Derzeit steckt die Industrie 4.0 allerdings noch in den Kinderschuhen.

„Industrie 4.0 hat das Zeug dazu, unsere industrielle Wertschöpfung so zu revolutionieren wie das Internet die Wissensarbeit“

Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer IAO



Die Studie…

 „Industrie 4.0 – Volkswirtschaftliches Potenzial für Deutschland“ des Fraunhofer IAO und des BITKOM stellt nun Zahlen zur Verfügung, wie stark die sechs am stärksten betroffenen Branchen von dem Wandel profitieren könnten.

Die Analyse beruht auf Experteninterviews, mit deren Hilfe Potenziale, aber auch Hemmnisse, Randbedingungen und Voraussetzungen erhoben wurden.

Untersucht wurden

  • der Maschinen- und Anlagenbau,
  • die Elektrotechnik,
  • die chemische Industrie,
  • Hersteller von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen,
  • die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie 
  • die Landwirtschaft.



Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • In den genannten Branchen sind bis zum Jahr 2025 Produktivitätssteigerungen von insgesamt rund 78 Milliarden Euro möglich. 
  • Die durchschnittliche zusätzliche Bruttowertschöpfung (Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienstleistungen, abzüglich der Vorleistungen) könnte bei 1,7 Prozent pro Jahr und Branche liegen.  
  • Profiteure sind vor allem der Maschinen- und Analgenbau, die Elektrotechnik und die chemische Industrie mit einem möglichen zusätzlichen jährlichen Wachstum von 2,2 Prozent.
  • Die Effekte basieren insbesondere auf dem Einsatz der fünf Technologiefelder Embeded Systems, Smart Factory, Robuste Netze, Cloud Computing und IT-Security.

 

 „Industrie 4.0 ist ein echter Produktivitätstreiber – die Wertschöpfungsketten verändern sich durch die Digitalisierung und Vernetzung von Produktion und intelligenter Produkte.“

Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf

 

Die Branchen im Fokus

Automobilbau

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial: 15 Milliarden Euro (1,5 Prozent pro Jahr bis 2025)
Effekte durch 

  • die Integration von Echtzeitdaten an der Schnittstelle von Produktentstehung und Produktion,
  • wandlungsfähigere Produktionssysteme durch die Nutzung von Echtzeitdaten,
  • intuitive Mensch-Maschine-Schnittstellen und 
  • flexible Automatisierung.

 Maschinen- und Anlagenbau

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial: 23 Milliarden Euro (2,2 Prozent pro Jahr bis 2025)
Effekte durch

  • die netzwerkartige Nutzung von Betriebs-, Zustands- und Umfelddaten zu Gestaltung innovativer Lösungen sowie
  • die Implementierung intuitiver Bedienkonzepte und einfacher Konfiguration.

„„Elektrische Ausrüster und chemische Industrie

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial: jeweils 12 Milliarden Euro (2,2 Prozent pro Jahr bis 2025)
Effekte durch

  • die Nutzung von Betriebs-, Zustands- und Umfelddaten zur echtzeitnahen Prozessüberwachung sowie
  • die einfache Konfigurierbarkeit weltweit verteilter Produktionsprozesse.

Informations- und Kommunikationstechnik

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial: 14 Milliarden Euro (1,2 Prozent pro Jahr bis 2025)
Effekte werden durch

  • neue Produkte und Dienstleistungen für eine einfache, flexible und echtzeitnahe Produktionsplanung und -steuerung.

Landwirtschaft

Zusätzliches Wertschöpfungspotenzial: 3 Milliarden Euro (1,2 Prozent pro Jahr bis 2025)
Effekte durch

  • den Einsatz mobiler Geräte für eine einfache, flexible und echtzeitnahe Produktionsplanung und -steuerung sowie
  • die ad hoc-Vernetzung von Landmaschinen.

 

BITKOM Graphik Industrie 4.0

Quelle: Fraunhofer IAO/BITKOM

 

Voraussetzungen

Die genannten Effekte setzen allerdings die zügige Umsetzung der 4. industriellen Revolution voraus. Ob die Annahmen Realität werden können, hängt laut der Studie an geeigneten Standards sowie von  der Unterstützung auf der Technologie und Anwendungsseite ab. Besonders hervor heben die Autoren praktikable und abgestimmte Regeln für schnelle und schnittstellenfreie Kommunikation, Datenschutz und Datensicherheit.

Ebenso wichtig: „Der flächendeckende Einsatz von IT und intelligenten Objekten in Produktionsprozessen erfordert die Betrachtung des gesamten »Ökosystems«; bestehend aus Technik, Mensch und Organisation.“

<< Zurück

Diesen Beitrag kommentieren

Name*

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)*

Website

Ihr Kommentar*

CAPTCHA ImageReload Image
Senden