Innovatives Beispiel für IT-Anwendungen am Bau

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Im Wettbewerb „Auf IT gebaut“ wurden Anfang dieses Jahres insgesamt elf Preise in vier unterschiedlichen Kategorien vergeben. Das RKW, die RG-Bau, suchte – wie jedes Jahr – kreative Ideen für IT-Anwendungen in der Bauwirtschaft. An dieser Stelle möchten wir als Beispiel den Preisträger des 1. Platzes im Bereich „Architektur“ und seine Arbeit kurz vorstellen.

© Federico PedrottiDr. Gerhard Schubert von der TU München

Dr.-Ing. Gerhard Schubert, geboren 16.02.1980 in Starnberg, erhielt 2006 das Diplom in Architektur an der Technischen Universität München. Seit 2008 ist Schubert dort bei Prof. Dr.-Ing. Frank Petzold an der Fakultät Architektur beschäftigt, leitet zusätzlich seit 2010 die Forschungsgruppe „CDP // Collaborative Design Platform“ , promovierte im vergangenen Jahr mit Auszeichnung und arbeitet derzeit als Postdoc am Lehrstuhl für Architekturinformatik.

Preisgekrönte Arbeit

Seine auch im Wettbewerb eingereichte Dissertationsarbeit „Interaktionsformen für das digitale Entwerfen“ beinhaltet die Konzeption und Umsetzung einer rechnergestützten Entwurfsplattform für die städtebaulichen Phasen in der Architektur. Schubert verbindet damit etablierte Werkzeuge wie physisches Modell und Handskizze mit interaktiven digitalen Tools. Damit wird eine flexible und simultane Nutzung unterschiedlicher Entwurfswerkzeuge ohne Medienbrüche möglich.

Wir haben Gerhard Schubert vor kurzem zur Teilnahme am Wettbewerb befragt:

Herr Schubert, Sie sind der diesjährige Gewinner im Wettbewerb „Auf IT gebaut“ in der Kategorie „Architektur“.  Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich?

Schubert: Die Beurteilung meiner Arbeit von einer unabhängigen, deutschlandweiten Jury ist eine für mich sehr wertvolle Bestätigung meiner Forschungstätigkeit über die vergangenen fünf Jahre.  Die Auszeichnung zeigt aber auch vor allem die Relevanz der Thematik – nicht nur im Kontext der Promotion und der Forschung, sondern insbesondere im politischen und wissenschaftlichen Rahmen. 

Was meinen Sie, welche Potenziale haben IT-gestützte Lösungen in der Forschung und damit in der Zukunft der Bauwirtschaft?

Schubert: Der Einsatz digitaler Werkzeuge und Medien im Kontext der Baubranche ist über die letzten Jahre sehr stark angestiegen. Die Einsatzbereiche reichen hier von den frühen Entwurfsphasen (wie in meinem Fall) über die digital gestützte Fertigung, bis hin zum Facility Management. Dies ist sowohl in der Lehre als auch der Forschung, wie auch in der Praxis merklich spürbar. Darüber hinaus spiegelt sich die Relevanz IT-gestützter Lösungen im Bausektor auch in den unterschiedlichen politischen Initiativen auf Bundes- wie auch Landesebene wieder. 

Unsere Aufgabe in Lehre und Forschung besteht darin, die neuen Methoden nicht wahllos zu gebrauchen. Vielmehr müssen die technischen Möglichkeiten sinnvoll in den Arbeitsprozess integriert werde, um so auch einen spürbaren Mehrwert für den Architektur- und Bausektor zu erreichen. 

Inwieweit profitiert die Hochschulausbildung von den Entwicklungen?

Schubert: Es ist gerade dieser rasante Fortschritt, der neue Chancen und Möglichkeiten nicht nur für die Forschungen bietet, sondern von dem insbesondere auch die Lehre profitiert. So zeigen sich in den ausübenden Berufen neue Tätigkeitsfelder (z. B. BIMmanager) auf die wir in der Hochschulausbildung reagieren. Dies erweitert die möglichen Berufsbereiche der Universitätsabgänger enorm und natürlich auch das Angebot an Lehrfächern. Hier an der TU München reagieren wir mit einem Mentorenprogramm auf diese neuen Anforderungen und bieten auf diese Weise interessierten Studenten die Möglichkeit eines individuellen Masterstudienprogramms im Bereich Computational Design. 

>> Zu den weiteren Informationen rund um den Wettbewerb „Auf IT gebaut“

Bildnachweis: © Federico Pedrotti Fotografo

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Ein Kommentar

  • Die Auszeichnung und der Wettbewerb an sich zeigen, inwieweit die IT immer mehr in den Alltag der gesamten Baubranche einzieht und begleitet um effizientere Prozesse zu etablieren und damit Potentiale zu nutzen die ohne IT Unterstützung auf der Strecke blieben.

    30. September 2015

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